Archive for March, 2011

Sinn des Studiums oft falsch verstanden

Natürlich muß man auch Ahnung vom Fach haben. Nur: Es wird erwartet, daß der Dipl.-In[f|g]. mehr Überblick (abstrakte Zusammenhänge) und Führungsvermögen hat als Detailwissen. Deswegen: Wer lieber in die fachlichen Details geht (= praktische Arbeit), sollte nicht studieren. Von Uni-Absolventen wird erwartet, daß sie strategisch planen und Leute führen. Dumm nur, wenn der / die daran überhaupt kein Interesse hat.

Wenn dann die Prioritäten “falsch” liegen, gibt’s Tragödien. Alles miterlebt. Man ist nach dem Studium / Promotion eben *kein* Super-Programmierer oder Super-Laborant oder -Techniker. Die Prioritäten müssen dann anders sein.

Studentensituation, Wahlplakate und die Studiengebühren

Wenn Papi genug Geld hat, um seinem Nachwuchs jahrelang den Lebensunterhalt zu finanzieren, hat er meistens auch genug Connections, um einen unprekären Berufeinstieg zu ermöglichen. Ich kenne jede Menge “Juristen”, die ihr Examen versiebt haben und an der Uni von vorne rein falsch waren, jetzt aber in Papas Kanzlei einem höher qualifizierten und intelligenteren Arbeitersprössling den Platz wegnehmen.
Dem bleibt dann anscheinend nur folgendes: Tagsüber Praktikum, abends kellnern.

Ein paar wenige, die schicke unbezahlte Praktika machen, anstatt einen weniger glamourösen bezahlten Job anzunehmen, gibt es aber wohl schon. Auf Wahlplakaten (unten eine gute Seite zum Druck solcher und anderer Plakate) wird überall das tolle Wahlversprechen ,,weniger Studiengebühren” angepriesen und doch kommt es zu keiner Durchsetzung. In NRW aber (Artikel dazu) ist es nun endlich soweit. Auch in Hessen war dies der Fall und ich hoffe, dass es bald über alle Bundesstaaten verläuft.

Wann ins Studium einsteigen?

Für Ingenieure gilt z.B. dass sie kontrazyklisch studieren sollten. Das heißt: Man beginnt ein Studium, wenn der Markt gesättigt ist, denn wenn gerade Ingenieure gesucht sind, werden diejenigen, die vor einem fertig werden, die Stellen bekommen. Aber auch das ist keine Garantie, den ein Studium dauert ja ein paar Jahre und wer weis schon, was danach kommt. Ziemlich gefährlich, das zu studieren. Wenn man als Ingenieur das schwere Studium hinter sich hat und danach Fenster putzen muss, der wird sich sicherlich nicht darüber freuen. Allzu viele Gedanken sollte man sich aber deswegen nicht machen, wenn Ingenieure sind oft gefragt, auch in anderen Bereichen.

Studium und die Nutzung der Arbeitsräume - Arbeitszeiterfassung laufen lassen

Es ist gar nicht so einfach den Studenten oder sonst wem die sinnvolle Nutzung des Internets als Recherchemedium näher zu bringen. Das fängt schon damit an, dass viele BWL-Studentinnen die Rechnerräume vorwiegend benutzen, um ihre freie Zeit im Antenne Bayern- Chat zu verbringen und dann diejenigen, die gerne was sinnvolles machen würden erst gar keinen Platz mehr kriegen. Wie schaut es außerdem mit der Kompetenz der Professoren und offiziellen Mitarbeiter aus? Ich glaube da liegt oft der Hund begraben. Wenn keine fähigen Lehrer da sind, dann kann der Schüler halt doch nur autodidaktisch lernen. Ich jedenfalls habe von der Uni in diesem Bereich nix gelernt, Lehrer waren meine Mitstudenten. Ich habe täglich mehrere Stunden gelernt, immer das Arbeitszeiterfassungsprogramm (bspw. logmytime.de/) mitlaufen lassen, damit ich mich nicht übernehme. Das Hirn braucht auch seine Auszeiten, damit es das gelernte in Ruhe abspeichern kann. Ich denke nicht, dass ein solches Studieren wirklich sinnvoll ist, auf lange Zeit gesehen.